Aquakulturen, wie sie für die Lachszucht genutzt werden, sind nicht unumstritten. Umso wichtiger ist es daher, auf strenge Kriterien und deren konsequente Umsetzung zu achten. Deshalb ist die ökologische Aufzucht der Mindeststandard bei followfish, den alle unsere Lachs-Produkte (Bio-Lachs Filets mit Haut, Bio-Lachs Filets ohne Haut, Bio-Lachs Natur (Räucherfisch), Graved Bio-Lachs (Räucherfisch, Pizza Salmone Bio) erfüllen. Darüber hinaus arbeiten die Farmer stetig an Optimierungen und streben noch bessere Bedingungen in ihren Farmen an.

Doch nun zu unseren Lieferanten und unseren Bio-Farmen:

BESATZDICHTE

  • Im Vergleich von konventioneller und ökologischer Lachszucht fällt diese besonders ins Auge. Die Besatzdichte wird in kg Fisch pro m3 Wasser angegeben und steht somit für den Platz, welchen die Tiere bekommen. In der ökologischen Aquakultur von Lachsen liegt die Besatzdichte bei 10 kg Fisch pro m3 Wasser.  Bei konventionellen ist bis zu 2,5x so viel zugelassen. Die Besatzdichte liegt also bei 25 kg Fisch pro m3 Wasser. Die Tiere haben also wesentlich weniger Platz, was vielfältige negative Folgen hat.

REOVIRUS

  • Das Reovirus (dieses führt beim Lachs zu Herz- und Skelettmuskelentzündungen) gehört zu den großen Problemen der Lachszucht. In konventionellen Zuchten können sich Krankheiten besonders schnell verbreiten, da die Tiere auf engem Raum leben. Die geringere Besatzdichte in der ökologischen Aquakultur führt zwar zu einer wesentlich langsameren Ausbreitung, dennoch ist diese Problematik nicht zu vernachlässigen. Unsere Züchter setzen sich deshalb intensiv mit der Thematik auseinander.
  • Unser schottischer Farmer kontrolliert die Eizellenchargen seines Lieferanten auf das Virus und kann so schon frühzeitig reagieren. Die norwegischen Farmer testen regelmäßig und sind so in der Lage Ausbrüche frühestmöglich zu erkennen und zu bekämpfen. Die irischen Zuchten werden regelmäßig durch das Marine Institute (die irische Behörde für Fischgesundheit) auf das Virus kontrolliert. Zusätzlich führt unsere Farm monatlich eigene Analysen durch. Bislang gab es noch keinen einzigen positiven Befund, also keinen Virusausbruch.
Aquakultur in Norwegen. (Bild: followfood GmbH)

LACHSLÄUSE

  • Eine weitere Herausforderung sind die Lachsläuse, welche sich wie auch das Reovirus in konventionellen Zuchten sehr schnell ausbreiten. Oftmals werden dann Chemikalien zur Bekämpfung der Parasiten eingesetzt. Das kommt für unsere Züchter jedoch nicht in Frage. Stattdessen setzt der norwegische Züchter auf Lippfische. Diese sogenannten Putzerfische züchtet er selbst. Sie leben bei den Lachsen und befreien diese auf natürliche Weise von ihren Läusen. Auch die irische Farm setzt auf diese natürliche Methode. Die schottische Lachsfarm liegt in einem Gebiet in dem es nur sehr wenige bis gar keine Lachsläuse gibt, sodass hier Maßnahmen gegen Läuse noch nicht notwendig sind.
  • Eine weitere Methode gegen Lachsläuse sind sogenannte Läuseröcke. Hier macht man sich zu Nutze, dass die Larven der Läuse im Allgemeinen wenige Meter unter der Wasseroberfläche zu finden sind.
  • Die Läuse sind weiterhin empfindlich gegenüber einer plötzlichen Änderung der Wassertemperatur. Das nutzt die sogenannte thermische Behandlung aus. Das Thermalbehandlungssystem befindet sich auf einem Boot, welches in der Nähe des Geheges angelegt wird, die Lachse werden sozusagen in lauwarmem Wasser gebadet und anschließend wieder ins Gehege entlassen. Diese Temperaturänderung tötet die Läuse ab.
  • Es werden also verschiedenste wirksame Methoden in unseren Lachsfarmen zur Bekämpfung der Läuse eingesetzt und der Einsatz von Chemikalien ist nicht nötig.

 

ENTWISCHEN VON ZUCHTLACHSEN

  • Zucht- und Wildlachse unterscheiden sich in verschiedenen Dingen voneinander. Das zeigt sich auch wenn man deren Genmaterial betrachtet. Entwischen nun gezüchtete Lachse aus den Farmen und paaren sich mit den wild lebenden Tieren, so vermischt sich das Genmaterial. Ausgebrochene Zuchtlachse können außerdem Krankheiten auf den Wildlachs übertragen. Beides hat negative Auswirkungen auf die Bestände des Wildlachses.
  • Um dem entgegenzuwirken haben unsere Bio-Farmer sich selbst die sogenannte 0%-Policy auferlegt, deren Zielerreichung im jährlichen Nachhaltigkeitsbericht öffentlich zugänglich gemacht wird. Es wird ständig überprüft und vor allem auch dokumentiert, ob Lachse entwischt sind. Das Ziel ist, Ausbrüche aus den ökologischen Zuchten und somit den negativen Auswirkungen auf das Ökosystem entgegen zu wirken. Die 0%-Policy wurde im vergangenen Jahr auch eingehalten – es gab keinen einzigen Ausbruch zu verzeichnen.
  • Dafür setzen sie spezielle, stabil konstruierte Gehege ein, die den atlantischen Wellen standhalten und mit Sensoren überwacht werden.

 

ANTIBIOTIKABEHANDLUNG

  • Antibiotika werden in der ökologischen Lachszucht nur dann eingesetzt, wenn es wirklich notwendig und von einem Tierarzt angeordnet ist. Vorbeugende Anwendung ist tabu, stattdessen wird jeder Fisch einzeln geimpft um Krankheiten vorzubeugen.
  • Ist einmal die Behandlung mit Antibiotika notwendig, so muss eine gewisse Zeit vergehen, bevor der Fisch geerntet werden kann. In der ökologischen Zucht ist diese Zeit doppelt so lange, wie in der konventionellen Zucht. Zusätzlich zu diesen Maßnahmen führen die Hersteller Rückstandsanalysen durch welche garantieren, dass keine Antibiotikarückstände mehr im Fisch vorhanden sind.
  • Auch wir selbst testen unsere followfish Lachs-Produkte halbjährlich in einem unabhängigen Labor auf Rückstände von pharmazeutischen Wirkstoffen.

 

ETHOXYQUIN

  • Die Hersteller von Futtermitteln für die Aufzucht von Fisch sind inzwischen großflächig aus der Nutzung von Ethoxyquin ausgestiegen. Wir testen unsere followfish Produkte weiterhin regelmäßig auf diesen Stoff, damit wir vollständig sicher sein können einwandfreie Produkte zu verkaufen. Alle diese Untersuchungen haben dies bestätigt – es wurden noch nie pharmazeutische Rückstände oder Ethoxyquin beanstandet.
Die norwegischen Zuchtfarmen weisen gute bis sehr gute Umweltkonditionen auf. (Bild: followfood GmbH)

UMWELTEINFLÜSSE

  • Intensive Aquakultur kann durch anfallenden Kot oder auch Resten von Fischfutter negative Auswirkungen auf den Meeresboden haben.
  • Norwegen prüft die Meeresböden regelmäßig durch Umweltinspektionen unabhängiger Prüfgesellschaften. Zur Klassifizierung des Zustandes werden diese Ergebnisse dann an das Direktorat für Fischerei weitergeleitet. Mehr als 90 % aller norwegischen Zuchtfarmen weisen demnach gute bis sehr gute Umweltkonditionen auf. Um das aufrecht zu erhalten gelten Brachzeiten nach jedem Zuchtzyklus in denen das Gehege nicht besetzt werden darf. Sozusagen eine Erholungsphase für den Meeresboden.
  • Die irischen und schottischen Farmen werden ebenfalls regelmäßig unabhängig inspiziert und Proben genommen. So können eventuelle negative Umweltauswirkungen frühzeitig erkannt und entsprechend gegengesteuert werden.

 

FUTTER

  • In allen unseren Lachsfarmen kommt ausschließlich Bio-zertifiziertes Futter, welches nicht genmanipuliert ist, zum Einsatz.
  • Dieses Futter besteht zu 70 bis 90 % aus marinen Zutaten. Unsere Züchter nutzen hierzu die Reste der Fischverarbeitung für den Menschlichen Verzehr. Diese Reste werden dann zu Fischmehl oder Fischöl weiterverarbeitet und im Futter eingesetzt. Pflanzliche Anteile des Futters stammen aus biologischem Anbau. Kommt Soja zum Einsatz, so ist dieses nach dem ProTerra-Standard zertifiziert.  Dieser Standard garantiert, dass die importierten brasilianischen Sojasorten nicht die Abholzung des Regenwaldes befeuern.
  • Außerdem bekommt der Lachs in seinem Futter Öl. Unser followfish Bio-Lachs mindestens 75 % des Ölanteils als Fischöl und maximal 25 % Rapsöl – selbstverständlich aus biologischem Anbau.
  • Die kräftig rote Färbung erhält der Lachs übrigens durch die sogenannte Phaffia. Das ist ein natürlicher und für den Fisch, ebenso wie für den Menschen, gesunder Hefepilz.

 

Mit diesen verschiedenen Maßnahmen setzen sich unsere Bio-Lachs Farmer für eine verantwortungsvolle Lachszucht ein.
Und genauso verantwortungsvoll dürfen wir den Lachs genießen.