Zwischen Meer und Markt: ein Fisch, der mehr Verantwortung trägt, als man ihm ansieht.
Lachs ist für viele ein Genussmoment. Gleichzeitig stellt sich bei Lachs aus Aquakultur die Frage: Wie verantwortungsvoll kann bzw. sollte Tierhaltung heute sein? Zwischen Meer und Mensch hat sich eine Industrie entwickelt, die groß und komplex ist. Und genau deshalb lohnt sich ein Blick auf das, was innerhalb dieser Industrie anders gemacht wird: Bio-Lachs – ein bewusst gewählter Weg, der daraufsetzt, Belastungen zu reduzieren und Tierhaltung strenger zu regulieren.
Ein kleiner Teil der Branche – mit spürbarer Wirkung.
Bio-Lachs ist bisher ein sehr kleiner Teil der industriellen Aquakultur. followfood bezieht den Bio-Lachs aus drei unterschiedlichen Ländern:
Norwegen, der weltweit größte Lachsproduzent produziert jährlich mehr als zwei Millionen Tonnen Lachs. Der Bio-Anteil liegt dort bei rund 1 % – ein winziger Ausschnitt eines riesigen Marktes.
Schottland/UK produziert deutlich weniger, aber auch hier gilt: Nur etwa 2 % der Produktion sind biologisch zertifiziert.
Irland hingegen ist weltweit der Sonderfall: Die gesamte nationale Produktion ist 100 % Bio[1]. Gleichzeitig ist Irland mengenmäßig eines der kleinsten Lachsproduktionsländer Europas. Die dortigen Bio-Mengen sind im Vergleich zu Norwegen klein. Es zeigt jedoch, dass 100% Bio möglich ist.
Alle drei Länder arbeiten nach derselben Bio-Verordnung. Unser Tracking-Code zeigt dir transparent, aus welchem Land und von welcher Farm dein Lachs stammt.
Warum Futter der entscheidende Unterschied ist.
Unsere Ökobilanzen zeigen, dass der ökologische Fußabdruck eines Lachses vor allem durch einen Bereich beeinflusst wird: dem Futter.
Bio setzt dabei klare Vorgaben: Bio-Lachs wird ausschließlich mit bio-zertifizierten Futtermitteln gefüttert, pflanzliche Bestandteile stammen aus ökologischem Anbau, für marine Anteile gibt es klare Regeln aus welchen Quellen diese kommen dürfen. Hier besagt die EU-Bio Verordnung, dass sie an erster Stelle aus Resten entstammen sollten.[2]
Trotzdem bleibt ein zentrales Thema bestehen: der Zusammenhang zwischen Futtermitteln und globaler Entwaldung. Rohstoffe wie Soja oder bestimmte Ölsaaten können – je nach Herkunft – erheblich zum Verlust natürlicher Ökosysteme beitragen. Unternehmen der Lachsindustrie stellen deshalb nach und nach auf entwaldungsfreie Zertifizierungen um. Ein wichtiger Schritt. Gleichzeitig haben Zertifikate aktuell noch Schwächen in ihrer Gestaltung und Umsetzung.
Gerade deshalb braucht es stärkere Regularien, die ganze Lieferketten transparenter machen – von Gesetzgebungen wie der EUDR bis hin zu neuen Berichtspflichten, die Unternehmen verpflichten, die tatsächlichen Klima- und Landnutzungswirkungen offen zu legen.
followfood engagiert sich sowohl in industriellen Arbeitsgruppen als auch politisch dafür, dass diese Transparenz entsteht. Denn nur wenn sichtbar wird, woher Rohstoffe wirklich kommen, können Risiken reduziert und bessere Entscheidungen getroffen werden.
Mehr Raum, weniger Druck – und was das bewirkt.
Ein zentraler Unterschied zwischen Bio und konventioneller Zucht liegt in der Besatzdichte.
In der EU-Bio-Aquakultur gilt:
Maximal 10 kg Lachs pro Kubikmeter Wasser[3]
Zum Vergleich:
In Norwegen sind bei konventioneller Zucht bis zu 25 kg/m erlaubt.[4]
Weniger Tiere im gleichen Raum bedeutet:
- weniger Umweltbelastung durch überschüssiges Futter und Ausscheidungen der Lachse
- weniger Stress
- geringere Krankheitsrisiken
- besserer Gesundheitszustand der Tiere
Solche Unterschiede bestimmen das Wohl der Tiere.
Tiergesundheit mit klaren Vorgaben.
Auch beim Einsatz von Medikamenten setzt Bio dort an, wo Kontrolle entscheidend ist: Vorbeugende Antibiotika sind nicht erlaubt. Das schont nicht nur den Menschen, sondern vor allem auch das umliegende Ökosystem.
Behandlungen müssen begründet sein und dokumentiert werden. Finden mehr als zwei Behandlungen pro Jahr statt, darf der Fisch nicht mehr als Bio vermarktet werden.[5]
Für Herausforderungen wie die Lachslaus nutzen Bio-Farmen keine Medikamente, sondern setzt auf biologische, physikalische und mechanische Methoden, wie Putzerfische und Süßwasserbäder. Das verhindert langfristige Resistenzprobleme.
Transparenz, die Entscheidungen leichter macht.
Transparenz gibt es in der Lachszucht durchaus. Doch für Konsument:innen bleibt sie meist schwer zugänglich. Viele Informationen liegen in internen Systemen oder Zertifizierungen verborgen und finden selten den Weg bis aufs Produkt.
Bei followfood ist genau das anders. Jede Packung trägt einen Tracking-Code, der offenlegt, wo der Lachs herkommt.
Damit machen wir sichtbar, was sonst im Hintergrund bleibt. Nicht als Zusatz, sondern als Teil unseres Anspruchs: Menschen sollen nachvollziehen können, woher ihr Lebensmittel kommt und wie es produziert wurde.
Ein Blick über den Tellerrand hinaus.
Viele wissen nicht, dass Länder wie Chile zu den größten Lachsproduzenten der Welt gehören. Für Bio spielt Chile jedoch kaum eine Rolle; Bio-Lachs ist dort erst seit Kurzem und nur in sehr kleinen Mengen verfügbar.
followfood hat sich entschieden, keinen Lachs aus Chile zu beziehen. Aktuell können wir nicht die gleichen verlässlichen Rahmenbedingungen sicherstellen wie in Norwegen, Irland und Schottland.
Was Bio-Lachs heute leisten kann – und warum das zählt.
Bio beweist, dass Veränderung möglich ist: ein kleiner Teil einer großen Industrie, der zeigt, wie Tierhaltung verantwortlicher werden kann und dass Lösungen oft dort beginnen, wo sie noch nicht die Regel sind.