Ganzheitliches Weidemangement.

Rinder sind Klimakiller? "Nein." widerspricht unser Partnerlandwirt Benedikt Bösel von Gut&Bösel. "Unsere Rinder sind Klimaschützer. Denn ihre Existenz dient nicht dem Milch- und nicht primär dem Fleischkonsum."
Seine Rinder sind ein lebender Ersatz für Landmaschinen. Und das geht so:
Teil nachhaltiger Ackerbaumethoden sind Fruchtfolgen. Eine dieser Folgen ist für Benedikt Grasland. Über dieses lässt er seine Rinderherden laufen.

In täglich neu gezäunten Bereichen frisst die Herde immer nur die saftigen Spitzen und es bleiben zwischen 50 und 70% der Pflanze stehen. Damit bleibt genug der Pflanze übrig, damit sie Photosynthese betreiben kann und durch das Stutzen einen Wachstumsimpuls bekommt. Diesen Impuls steckt das Grasland in Wurzelwachstum -  die perfekte Auflockerung und Sauerstoffversorgung für Böden und gleichzeitig Erosionsschutz. Der natürliche Mist der Rinder lässt die Nährstoffe zurück, die sie zuvor gefressen haben. Die Fladen sind der perfekte Anziehungspunkt einer unglaublichen Artenvielfalt. Mit diesem System lässt Benedikt Bösel seine Rinder in einem rotierenden System über seine Äcker wandern. Es wird geerntet, es wächst Gras, die Rinder kommen, fressen das Gras, ziehen weiter, fressen das Gras und so weiter. Die Rinder und das Grasland werden so zu unglaublichen CO2-Senken und tragen maximal zur Bodenfruchtbarkeit und Biodiversität bei.

So entsteht ein perfektes System ganzheitlichen, bodenaufbauenden Weidemanagements. Ohne Klimakiller.
Lest hier mehr dazu, was Benedikt darüber hinaus dazu schreibt.

Bei dem ganzheitlichen Weidemanagement werden Kühe auf der Weide oder Ackerfläche mit Untersaaten oder Zwischenfrüchten eng zusammen gestellt und jeden Tag weiterbewegt. ©Finck Photography

Agroforst.

Wer sich mit unserer Natur auseinandersetzt, der oder die weiß, dass sich Natur – in unseren Breitengraden – immer hin zum Wald entwickelt. Rießengroße Felder, Monokulturen und andere unnatürliche Ansammlungen einheitlicher Pflanzen sind weit weg von einem natürlichen System. Dieser Eingriff in „den Willen“ der Natur hat zur Folge, dass wir natürliche Regulierungssysteme dieser außer Kraft setzen.
Die Genialität von Mikroklima durch Bäume, das Schattenspenden, die Arbeit ihrer Wurzeln für die Böden, die Düngung der Böden durch Blätter, der Zerfall dieser und die Entstehung von Mikroorganismen usw.
Waldsysteme haben schier unendliche Vorteile, welche die Landwirtschaft, wie wir sie kennen, heute nicht mehr nutzt.

Werden Bäume wieder auf Feldern integriert, nennt man das Agroforst.

Agroforst umschreibt eine Nutzung von Landwirtschaftsfläche, bei der Ackerbau mit einer weiteren Nutzung durch Baumstreifen kombiniert wird. ©Finck Photography

Syntropische Landwirtschaft.

Als dritte Methode für die Regenerative Landwirtschaft von Benedikt Bösel haben wir die Syntropische Landwirtschaft kennen gelernt. Hier versucht er die Komplexität eines natürlichen Systems zu imitieren und so anzulegen, dass er einen Gemüse- bzw. Fruchtertrag für sein Wirtschaften bekommt.

Mit der Verbindung dieser drei ökologisch innovativen Methoden „Ganzheitliches Weidemanagement, Agroforst und Syntropische Landwirtschaft“ ist Benedikt Bösel als unser Partnerhof auf einem nachweisbar erfolgreichen Weg, „Bio“ weiter zu entwickeln, hin zu einer sich selbst erhaltenden, ganzheitlich nachhaltigen Landwirtschaft.

Wir zollen diesem Projekt allergrößten Respekt und sind sicher, dass Höfe wie der von Benedikt Bösel Vorreiter sein können für eine neue, ökologische Landwirtschaft.