Bevor Fisch im Tiefkühlregal oder in der Konserve landet, sind viele Entscheidungen gefallen. Aus welchem Bestand stammt er? Wie wurde er gefangen? Welche anderen Arten sind betroffen? Und wie sieht es mit den Arbeitsbedingungen in der Lieferkette aus?

Für unseren Wildfisch haben wir deshalb eigene followfood Fischerei-Richtlinien entwickelt. Sie geben unserem Einkauf konkrete Kriterien dafür, welche Fischereien für uns infrage kommen.

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Zertifizierung ist unsere Basis

Unser Wildfisch stammt aus zertifizierten Fischereien. Zusätzlich bewerten wir die Bezugsfischereien nach unseren eigenen Richtlinien. Führt die Bewertung zu einer Empfehlung zum Beschaffungsstopp, suchen wir nach unseren Richtlinien innerhalb eines Jahres nach Alternativen und informieren den Lieferanten über die geplante Beendigung.

Sechs Kriterien für unsere Beschaffung.

Unsere Bezugsfischereien prüfen wir regelmäßig anhand von sechs Bereichen:

·        Anteil zertifizierter Zielarten: Grundsätzlich verlangen unsere Richtlinien mindestens 60 % MSC-zertifizierte Zielarten am Fang einer Bezugsfischerei. Die Bewertung berücksichtigt den Durchschnitt der letzten drei Jahre. Für bestimmte kleine handwerkliche Binnenfischereien gibt es eine eng begrenzte Ausnahme.

·        Zustand der Fischbestände: Wir bewerten den Zustand und den Befischungsdruck der Zielbestände anhand der in unseren Richtlinien festgelegten wissenschaftlichen Kriterien. Eine kritische Bewertung löst den dort beschriebenen Prozess zur Suche nach alternativen Bezugsfischereien aus.

·        Gefährdete, bedrohte und geschützte Arten: Wir prüfen Risiken für sogenannte ETP-Arten.

·        Auswirkungen auf Ökosysteme: Fanggeräte und mögliche Schäden an Lebensräumen werden gesondert bewertet. Für neue Fischarten in neuen Produkten schließen unsere Richtlinien aktiv bodenberührende Fanggeräte wie Grundschleppnetze aus. Ihr vollständiger Ausschluss ist ein mittelfristiges Ziel.

·        Treibstoffverbrauch und Klimawirkung: Wir bewerten den Treibstoffverbrauch pro Tonne angelandetem Fisch im Rundgewicht. Mehr als 1.500 Liter pro Tonne führen nach unseren Richtlinien zu einer kritischen Bewertung.

·        Soziale Risiken: Zertifizierungen, Audits und länderspezifische Risikoanalysen helfen uns, Arbeitsbedingungen in Fischerei und Lieferkette einzubeziehen.

Foto von Johannes Pflug, followfood GmbH

Warum das Gesamtbild zählt

Die Fangmethode ist nur ein Teil der Bewertung. Bestand, Beifang, Lebensraum, Energieeinsatz und Management gehören genauso dazu. Unser Skipjack-Thunfisch von den Malediven wird zum Beispiel traditionell mit Rute und Leine gefischt. Über den Tracking-Code kannst du sehen, aus welchem Fanggebiet dein Produkt stammt und wie es gefangen wurde.

Foto von Johannes Pflug, followfood GmbH

Und Aquakultur?

Für Zuchtfisch gelten andere Regeln. Hier setzen wir auf Bio-Aquakultur mit gesetzlichen Anforderungen unter anderem an Besatzdichte, Futter und Produktionsbedingungen. Mehr dazu findest du unter „Bio im Kern“.
Bestände verändern sich, neue wissenschaftliche Erkenntnisse kommen hinzu und Risiken können sich verschieben. Deshalb überprüfen und entwickeln wir unsere Fischerei-Richtlinien regelmäßig weiter.

Johannes Pflug, followfood GmbH

Was können Konsument:innen tun?

Die EU ist der größte Fischimporteur weltweit. Der Wunsch vieler Verbraucher nach bestimmten Fischsorten oder Verarbeitungsformen beeinflusst die Fangmengen. Die Nachfrage bestimmt letztlich, in welchem Umfang sich der Fischereiaufwand für die Industrie lohnt. Je mehr die Konsument:innen darauf achten, Fisch aus nachhaltiger und ökologisch sinnvoller Fischerei zu kaufen, desto mehr kommen nicht nachhaltige Fangmethoden unter Druck.

Was das für dich bedeutet.

Du musst vor dem Einkauf keine Fischereiberichte lesen. Diese Prüfung übernehmen wir. Wenn du selbst genauer hinschauen möchtest, sind unsere Richtlinien öffentlich einsehbar. Der Tracking-Code auf der Verpackung zeigt dir außerdem die Herkunft deines konkreten Produkts.

Und wenn du einfach Lust auf Fisch hast, ist das genauso okay.