Der MSC ist für uns ein Mindeststandard.

Da die Gesetzgeber - also Regierungen - global versagen, Fischereien so zu managen, dass sie nachhaltig funktionieren, hat u.a. der WWF vor 24 Jahren den Marine Stewardship Council (MSC) gegründet, den „Rat zur Rettung der Meere“. Der MSC belohnt nachhaltig arbeitende Fischereien mit einer Zertifizierung. Auch wenn es hierzulande scheint, dass bereits viel Fisch MSC zertifiziert ist, sind es weltweit erst knapp 13 Prozent der Fischereien die den 35 Nachhaltigkeitskriterien des MSC entsprechen.

Der MSC ist für uns ein Mindeststandard für all unsere Fischereien. Denn er verfolgt das Ziel, globale Fischereisysteme so schnell wie möglich auf Nachhaltigkeit zu trimmen. Dadurch ist er gezwungen Kompromisse einzugehen.

followfish hat ein anderes Ziel: Als Leuchtturmmarke wollen wir die nachhaltigsten Fischprodukte der Welt auf den Markt bringen.

(Bild: Kate on Unsplash)

Deshalb gehen wir mit unseren Fischereirichtlinien in einzelnen Punkten noch weiter als der MSC.

Unser Ziel: Das nachhaltigste Fischprodukt der Welt!

Unser Mittel: Die vielleicht nachhaltigsten Fischereirichtlinien der Welt!

Für Aquakulturen gilt: 100 % unseres Sortiments aus Aquakulturen sind Bio zertifziert, wenn möglich zusätzlich von Naturland.

Für Wildfischprodukte gilt: Eine MSC Zertifizierung oder eine Naturland Zertifzierung ist Grundlage. Damit gelten diese Kriterien als Mindeststandard.

Foto: followfood GmbH

Zusätzlich zu den oben erwähnten, marktführenden Standards MSC und Naturland, müssen die Fischereien folgenden Kriterien entsprechen:

  • Keine Überfischung:
    Keine Fische aus überfischten oder gefährdeten Beständen.
    (Beim Marktführenden Standard MSC und Naturland dürfen überfischte Bestände in Ausnahmefällen befischt werden. Und zwar dann, wenn ein mehrjähriger, nachvollziehbarer Plan der Fischerei zur Gesundung der Bestände vorliegt. Uns ist diese Ausnahme zu riskant.)

 

  • Keine Zielarten die eigentlich „Beifang“ sind:
    Nur Fische aus Fischereien, deren Hauptfangmenge (mindestens 80 %)  MSC zertifiziert ist.
    (Beim Marktführenden Standard MSC und Naturland kann es sein, dass die Fischerei als Hauptfangart einen Fisch fängt, der die MSC Kriterien nicht erfüllt, und als „Beifang“ eine Art gefangen wird, welche die MSC Kriterien erfüllt. Uns ist das deswegen zu wenig, weil so u.U. Fischereien unterstützt werden, die z.B. 70 % ihres Fangs weniger nachhaltig bewirtschaften wie z.B. 30 %, die sie MSC zertifizieren lassen.)

 

  • Jeder Fisch zählt:
    Jede gefangene Fischart die mindestens 5% des Gesamtfangs ausmacht gilt für followfish als Zielart. Auch für sie muss gewährleistet werden, dass nach Kriterium 1 entsprechen der Bestand gesund ist.
    (Beim marktführenden Standard MSC und Naturland gelten die strengen Richtlinien nur für den Teil des Fangs, der MSC zertifiziert ist. Wie beim Kriterium 2 dargestellt, kann das laut MSC Statuten auch ein nur kleiner Teil des Gesamtfangs sein.)

 

Foto: Sebastian Pena Lambarri

  • Keine gefährdeten Arten:
    Es darf keine Anhaltspunkte (Erwähnungen von NGOs o.ä.) dafür geben, dass eine Fischerei bedrohte oder geschützte Arten fängt.
    (Beim Marktführenden Standard MSC und Naturland gibt es Fischereien die mit dem Fang von Säugetieren oder kritischen/bedrohten Arten assoziiert werden. Beispiele sind hier Thunfisch-Fischereien mit Ringwaden, welche oft Delphine fangen, Schwertfisch-Fischereien, deren Hauptbestandteil des Fangs Haie ausmachen, FAD Fischereien, die ganze Mini-Ökosysteme befischen bzw. dem Meer entnehmen und sich darunter auch Arten wie Delphine, Haie, Schildkröten oder Jungtiere von überfischten Arten befinden.)

 

  • Sozial auf dem Boot:
    Sozialstandards für Fischereien über anerkannte Zertifizierungen wie z.B. Fairtrade. Wenn nicht verfügbar über den Länderindex "Human Development Index". Wenn die Fischerei aus einem Land kommt mit einem HDI von <0,8 (wissenschaftliche Schwelle für potentielle Verletzungen von Grundrechten) und keine anerkannte Zertifizierung wie Fairtrade besitzt, dann findet eine interne Risikoanalyse anhand einer Checklist und anhand der Einsicht in betriebliche Dokumente und der Befragung von Angestellten statt.
    (Beim Marktführenden Standards MSC existieren keine Sozialstandards für Fischereien)

Gute Arbeitsbedingungen gehören zur Grundvoraussetzung. (Foto: followfood GmbH)

  • Sozial an Land:
    Sozialstandards für Verarbeitungen über anerkannte Zertifizierungen wie SMETA oder SA8000 und über den Länderindex "Human Development Index“.
    (Der Marktführer MSC hat – als Fischereistandards durchaus verständlich – keine Standards für die Verarbeitung entwickelt)